Freitag, 3. März 2017

Sommerreifen? Noch Zeit lassen!


Winterurlauber sowieso/ Teils bis in den April Schnee



Zum Wechsel auf Sommerpneus ist die Zeit noch nicht reif. Es kann noch Schnee geben. (Foto: presseweller)


3. März 2017. Siegen (DiaPrW). Die Winterreifen haben ihren Dienst noch nicht getan. In manchen Regionen und vor allem in Hochlagen hatten wir es bis vor Kurzem noch mit Schnee zu tun. Da es auch nach dem offiziellen Frühlingsbeginn am 20. März durchaus noch Schnee und Frost geben kann, ist es wenig ratsam, die griffigen Winterpneus jetzt schon gegen Sommerreifen zu tauschen. Das gilt vor allem auch für diejenigen, die noch zum Skiurlaub fahren wollen. Anders als in vielen anderen Ländern ist in Deutschland nicht das Datum relevant, es kommt vielmehr auf die Wetterbedingungen an. Das Auto muss bei Schnee, Straßenglätte entsprechend ausgerüstet sein!

Die alte Regel von „O bis O“, von Oktober bis Ostern Winterbereifung, ist kein alter Hut. Nicht selten gab es zu Ostern bereits heftige Schneefälle. Ist man dann mit Sommerreifen unterwegs, sieht man „alt“ aus. Theoretisch dürfte man gar nicht fahren, wer dennoch schon mit Sommerpneus unterwegs ist, hat es mit Glätte zu tun, was nicht nur generell problematisch ist, sondern sich vor allem an Steigungen und, meist noch schlimmer, auf Gefällstrecken zeigt - einmal unabhängig von allen rechtlichen Aspekten. Wer ins Ausland fährt, sollte die jeweiligen Regeln zur Winterreifenpflicht beachten. Für manche Strecken kann es sogar Schneekettenpflicht geben.

Wer neue Sommerreifen braucht, sollte sich zumindest jetzt schon einmal informieren, welches Modell zu seinem Auto passt. Eine Entscheidungshilfe können Reifentest-Berichte sein, in denen verschiedene Modelle und Größen unter die Lupe genommen werden. Ansonsten macht man sich bei seinem Autohaus oder im Reifenhandel schlau. Je nach Anbieter können die Preise unterschiedlich sein. Da die Profilstärke von Vorder- und Hinterradreifen oft verschieden ist, kann es genügen, erst einmal die Reifen einer Achse zu erneuern. Es ist immer gut, den selben Reifentyp wie auf der anderen Achse zu wählen! 

Die Mindestprofilstärke in Deutschland beträgt 1,6 Millimeter. Wir wechseln deutlich früher. Schließlich sind Reifen ein wichtiges Sicherheitselement im Fahrbetrieb. Viele Fachleute empfehlen für Sommerreifen mindestens drei Millimeter, für Winterreifen vier Millimeter.

Kurz: Jeder Autofahrer geht auf Nummer Sicher, erst dann zu wechseln, wenn kein Schnee mehr in Sicht ist. (jw)

Hinweise: Jeder muss je nach Region und eventueller Wintersportreisen selbst einschätzen, wann ein Wechsel von Winter- auf Sommerbereifung sinnvoll ist, wobei man die rechtlichen Regelungen nicht außer Acht lassen sollte. Im kurzen Bericht gibt es nur allgemeine Hinweise.

Der Autor und Journalist Jürgen Weller, früher auch schon selbst an seinen Autos geschraubt, schreibt seit über 35 Jahren zu Auto- und Verkehrsthemen, einschließlich Autotests. Seine Tipps, Hinweise, Berichte und Ratschläge zu Auto und Verkehr sind in Tages- und Wochenzeitungen sowie in speziellen Magazinen veröffentlicht. Bei über einer Million Kilometer Fahrpraxis war er schon in den verschiedensten Witterungssituationen und bei unterschiedlichsten Straßensituationen unterwegs und hat Hunderte verschiedener Automodelle bewegt. Sicherheit im Straßenverkehr ist ihm seit Jahren ein Anliegen.

Autotests, Auto- und Verkehrsthemen sowie Reisethemen sind immer ohne Anmeldung auf den Internetseiten http://www.presseweller.de abrufbar. 


  

Samstag, 21. Januar 2017

Polo-Langzeit-Test Teil 2 – Motorschaden



Der VW Polo 9N begleitet uns schon lange. (Fotos: (c) presseweller)


Bei 64.800 Kilometern war ein Zylinder hin


21. Januar 2017. Siegen (DiaPrw). Mit dem VW Polo 9N 1,4-Liter-Benziner, 75 PS (55 KW), Baujahr 2005, waren wir überwiegend zufrieden. So steht es auch im veröffentlichten ersten Teil unseres Langzeit-Tests bei über 60.000 Kilometern aus dem Vorjahr. Die bis dahin aufgetretenen kleineren Mängel sind dort ebenfalls aufgeführt. An den nicht niedrigen Kraftstoffverbrauch haben wir uns gewöhnt. Sparsam geht anders. Mittlerweile beträgt der Kilometerstand zirka 69.500. Zwischendrin passierte aber ein richtig „dickes Ding“. Trotz aller durchgeführten Inspektionen und Wartungsdienste von Beginn bis heute wurde bei 64.800 Kilometern ein kapitaler Motorschaden festgestellt: ärgerlich und teuer. In unserer „Autogeschichte“ gab es das noch noch nie bei solch einem niedrigen Kilometerstand! Unsere Autos verschiedener Hersteller haben wir oft bis über 100.000 und sogar bis über 200.000 Kilometer gefahren! Vielleicht war unser Volkswagen ein Ausnahmefall.

Der Polo war uns bis dahin ein guter Begleiter, auch auf längeren Strecken. Platz genug für uns und das Gepäck. Im Rahmen der Leistung ausreichend schnell. Die Mängel waren über die vielen Jahre gesehen überschaubar. Inspektionen, Wartungen und Reparaturen erledigte und erledigt das VW- und Skoda-Autohaus Nies in Wilnsdorf stets zuverlässig. An einen Motorschaden hatte niemand gedacht. Bemerkt wurde er auch nicht. Schließlich fuhr das Auto wie immer, auch noch, als der schwerwiegende Mangel entdeckt wurde.

Zur Hauptuntersuchung 2016 kam das Dilemna

Zur Hauptuntersuchung, die im April 2016 anstand, wird auch die AU durchgeführt. Klappte nicht. Die erforderlichen Werte wurden nicht erreicht. Man informierte uns seitens des Autohauses. Verschiedene Überlegungen: Zündkerze, Zündkabel und weitere „einfache“ Sachen. War nicht! Kompressionsprüfung. Zylinder 3 arbeitet nicht richtig. "Wenn man den Ölstab zieht, hört man ein Zischen. Flüssigkeit läuft wohl in die Ölwanne", sagte man uns. Dem Meister nach musste der Schaden „tiefer“ liegen. Um mehr herauszufinden, erfolgte – aufgrund anfallender Kosten nach Absprache – die Demontage des Zylinderkopfes. Ventile fielen als Ursache aus. Dritter Zylinder nicht dicht, obwohl die Kolbenringe intakt zu sein schienen. Leider kapitaler Motorschaden. Einzige Alternative: neuer Teilemotor. Na klasse!

Niemand bemerkte es

Der Polo fuhr bis dahin normal, wie immer. Im Leerlauf hörte es sich manchmal so an, als wenn er sich kurz verschluckte, einen Mini-Aussetzer hätte. Das macht er immer noch. Aber er fuhr wie immer und sprang stets wie gewohnt schnell an. Leistungsverlust war nicht bemerkbar. Auch bei den Inspektionen vorher gab es nie Auffälligkeiten. Das Auto wurde stets vorm Abstellen warm gefahren, in der Kaltlaufzeit nur sanft beschleunigt und nie überdreht. Alles gute Zutaten für ein langes Motorleben.
Es ist so ähnlich wie bei Krankheiten und den Gesprächen mit Ärzten: „Warum ist das so, wie kommt das?“ Manches bleibt eben erst einmal unbekannt.  So ging das hier auch weiter, nachdem wir uns mit dem Werkstattmeister beim Autohaus beraten hatten. Da wir reparieren und noch kein neues Auto wollten, erhielten wir ein detailliertes Angebot. Die Reparatur, der neue Teilemotor, Zahnriemen usw. sowie AU und Hauptuntersuchung – ohne Beanstandungen bis auf Rostflecken auf dem Endschalldämpfer – inklusive, hat rund 3390 Euro gekostet. Kein Schnäppchen. Seitdem läuft der Polo wieder so weiter. Hoffentlich noch länger.


Hier hat der Motor schon seine Grunderneuerung hinter sich.

Keine Veränderungen

Interessanterweise lief der Polo nach der umfassenden Reparatur genau wie vorher, vom Anspringen bis zum Fahrbetrieb. Eine Leistungsänderung konnten wir nicht feststellen. Hoch geblieben ist auch der Verbrauch. Ein Kostverächter war er nie. Aktuell liegen wir bei Mischfahrweise aus Kurz- und längeren Landstraßenfahrten meist bei an oder über neun Litern pro 100 Kilometer, bei frostigen Außentemperaturen genehmigt sich der Motor auch mehr. Muss man sich einmal vorstellen für ein kleines 75-PS-Auto. Nur bei Langstreckenfahrten, wie erst Ende Dezember wieder getestet, begnügt sich unser Polo mit teils unter acht und je nach Autobahntempo sogar nur mit um die sieben Liter. Bei wenigen Landstraßenfahrten und rund 90 Prozent Autobahn bei insgesamt rund 730 Kilometern notierten wir 6,95 Liter/ 100 Kilometer. Das geht in Ordnung. Angesichts der Diskussionen und mehr um Verbrauchs- und Abgaswerte müssen wir allerdings gestehen, dass wir unser Auto, wie auch viele andere, nicht nach diesen beiden Werten aussuchen, sondern danach, ob es uns gefällt und zu uns passt. Es wie bei der Hausheizung: Angegebene Normwerte sind immer etwas anderes als die Werte, die sich beim individuellen Gebrauch ergeben!

Sonstige Bewertungen
+ für die Fahrzeugklasse gute Platzverhältnisse für Passagiere und Gepäck
-  tiefer Gepäckraumladeboden
+/- Laufruhe geht für die damaligen Verhältnisse in Ordnung (heutige moderne Fahrzeuge, auch in dieser Klasse, sind oft akustisch zurückhaltender)
++ übersichtlich angeordnete Instrumente, klare Beschalterung
++ gute Heizung
++ Radio der damaligen Zeit - sehr praktisch, da ganz einfach einstellbar, auch bei Senderwechsel: ohne Firlefanz mit intuitiver Bedienung über Drehknöpfe und Tasten
++ Drehradbedienung für punktgenaue Rücksitzlehneneinstellung (sonst gibt es heute oft Hebelgriffe)
++ Becherhalter vorne oben rechts zum Einschieben. Halten wir für praktischer als die heute üblichen Rundeinlässe im Mittelkonsolen-/ unteren Armaturenbereich
+++ Batterie ist nach über elf Jahren noch zuverlässig.   (jw)

Anmerkungen: Bei Motoren unserer bisherigen Fahrzeuge, auch mit hochgezüchteten Turbomotoren, gab es im mittleren Kilometerbereich nie einen so kapitalen Motorschaden. Manche unserer Fahrzeuge, durchweg Benziner, fuhren wir bis über 100.000, teils bis über 200.000 Kilometer. Alle Angaben nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr für Fahrzeugdaten, Zeiten und Bezeichnungen.Irrtum bleibt stets vorbealten. 

Zum Autor: Jürgen Weller fährt seit über 45 Jahren Autos unterschiedlichster Art. Seit über 35 schreibt und veröffentlicht er praxisnahe Testberichte. Zum Test standen und stehen Autos zahlreicher Hersteller und Importeure, vom Kleinstwagen bis zur ausgewachsenen Limousine, vom modernen SUV bis zum Sportwagen, Den Bezug zu Automobilen gewann er bereits in jüngeren Jahren, da er das eine und andere selbst schraubte. Außerdem gab er für Berufsschüler in dieser Sparte Nachhilfeunterricht in Theorie - eben seit jeher "auto-affin". Tests, inklusive „Praxis-Autotest-Report“ und allgemeine Themen, sind ohne Anmeldung stets über die Seite „Auto“ auf presseweller.de abrufbar: http://www.presseweller.de/Auto/auto.html

Dort gelangt man per Klick zum Blog Auto + Verkehr.   

Dienstag, 8. November 2016

Olè, olè – Fahrspaß mit dem Seat Leon ST - Version "Connect" im Auto-Praxistest


Der Seat-Kombi kommt feurig aus den Pötten und bietet viel Platz



Fotopause. Schicke Kombilimousine in Blau ohne Firlefanz und mit großen Rädern, Seat Leon ST.(Alle Fotos (c): presseweller)


Siegen. 8. November 2016 (presseweller). Steile Passstraßen teils im vierten Gang, ab und zu einmal einen kurzen flotten „Ritt“, wenn es die verstauten und mit Baustellen gepflasterten Autobahnen zuließen: Mit dem Leon ST Connect 1,4 TSI Start&Stopp und dem gut abgestuftem Sechsganggetriebe, den wir Ende September/ Anfang Oktober im Test hatten, macht das Fahren Spaß, wozu auch das geschmackvolle Interieur und die richtig guten Platzverhältnisse für Passagiere und Gepäck beitragen.

Das „ST“ beim Seat Leon steht für Kombi. Das Ladeabteil mit dem Zwischenboden bietet Raum für reichlich Gepäck und lässt sich leicht beladen. Mit dem angegebenen Fassungsvermögen von 587 bis 1470 Liter müssten auch Familien mit ihrem Urlaubsgepäck locker zurechtkommen. Je nach Ladung sind die Verzurrösen hilfreich. Bei uns „versteckte“ sich unter dem Boden auch noch ein Reserve-Notrad statt eines Reparatur-Füll-Päckchens. Im über 4,54 Meter langen und knapp 1,82 Meter – Maß ohne Außenspiegel – breiten ST haben die Passagiere ebenfalls Freude. Bei einer Testfahrt mit vier Personen konnten es sich auch die Hinterbänkler richtig bequem machen. Zum Komfort trägt außerdem die sehr zurückhaltende Akustik bei. Der „Connect“ bietet gute Vernetzung wie mit Full Link, Smartphone und Media-System Plus, inklusive Navi.




Nahezu eben geht es  ins große Ladeabteil. Platz satt fürs Familiengepäck. Die Rücksitzteile lassen sich direkt von hier aus umlegen, wenn mehr Laderaum benötigt wird. 



Die Mitfahrer im Fond können sich ebenfalls über viel Patz freuen. 


Sieben Airbags - plausible Beschalterung
Bereits in der Grundausstattung verfügt der Seat Leon ST über sieben Airbags, einschließlich des Knieairbags für den Fahrer, und auch die elektronische Stabilisierungskontrolle mit ABS und Antriebsschlupfregelung ist an Bord. Zur Serienausstattung des gefahrenen Modells gehören neben vielem Weiterem ebenfalls Berganfahrassistent und elektronische Differenzialsperre sowie Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht-Funktion, die Geschwindigkeitsregelanlage, Bordcomputer, das Dreispeichen-Lederlenkrad mit verschiedenen Funktionstasten und Leichtmetallräder. Klar, elektrische Fensterheber vorne und hinten und Co. sind auch dabei.



Klare Linie, ansprechendes Interieur. So kennen wir es von Seat.


Es gibt verschiedene Ablage- und Verstaumöglichkeiten sowie Becherhalter. Davon sind auch zwei in der breiten Mittelarmlehne hinten vorhanden. Die Climatronic mit getrennter Regelung für Fahrer- und Beifahrerseite sorgte an Sonnentagen für gutes Klima. Der Testwagen erfreute auch mit diversen Extras, zum Beispiel Digital-DAB-Autoradio, die nützliche Ultraschall-Einparkhilfe vorne und hinten, ergänzt um eine Rückfahrkamera, Voll-LED-Scheinwerfer, Verkehrszeichen-Erkennung, die meist gut funktionierte, sowie als Sicherheitseinrichtungen automatische Distanzregelung und City-Notbremsfunktion „Front-Assist“ sowie Spurhalteassistent. Das von vielen geschätzte Panorama-Glas-Schiebedach war ebenfalls dabei. „Da kann man ja richtig gut gucken und die Landschaft genießen, klasse“, sagten die Mitfahrer.  Festes Gestühl – Sportsitze - mit Seitenhalt, griffiges Lederlenkrad, klare, plausible Beschalterung und übersichtliche Instrumentierung geben dem Fahrer das Gefühl „gut aufgehoben“ zu sein.
Für die Sonderausstattung wie beim Testwagen muss man ein paar Tausender extra einkalkulieren. Käufer müssen überlegen, was sie unbedingt oder gerne oberhalb der bereits guten Serienausstattung haben möchten.  



Da ist alles parat: Instrumentierung, Schalter und der Schalthebel. 


Kurvenfreudig und flott 
Dann mal los. Beim Anlassen schnurrt das Triebwerk sanft, es kann den Leon aber auch feurig in Szene setzen. Der 1,4-Liter-Motor mit 125 PS (92 kW), harmonisch mit dem knackig schaltbaren Sechsganggetriebe abgestimmt, kommt gut in die Pötte, wobei wir bereits schon ab etwa 1400 Touren nicht nur im Gasfuß deutlichen Zusatzschub spüren. Das weit gespannte höchste Drehmoment von 200 Nm liegt zwischen 1400 und 4000 Touren vor. Da geht’s flott voran. Beim 0-auf-100-Sprint lagen wir im Testschnitt mit gut 9, 9 Sekunden etwas über dem Werkswert, von 60 auf 100 km/h im dritten Gang spurtete der Seat in 5,7 Sekunden und von 80 auf 120 km/h im fünften in 10,5 Sekunden. Es geht dann zügig weiter bis zur angegebenen Spitze von 203 km/h. So lassen sich auch größere Autobahnstrecken schnell bewältigen, soweit es „freie Fahrt“ auf der Autobahn gibt.
Leistung, Drehmoment und die gute Getriebeabstimmung ermöglichten es auch bei unseren Bergstreckentests, flott unterwegs zu sein. Hinter Kehren auf Steilstrecken ging es schnell wieder auf Touren. Ohne es darauf anzulegen, hatten manche Nachfahrer das Nachsehen.

Bei dieser gemischten Testfahrerei pumpte die Einspritzanlage im Schnitt aller Messwerte nur gut 6,5 Liter/ 100 km in die Verbrennungsräume, teilweise fuhren wir den Seat auf Teilstecken ab 4,8 Litern (angegebener ECE-Kombiverbrauch 5,2 l/100 km). Wir waren sehr positiv überrascht.

Das fest abgestimmte, aber für die Insassen durchaus angenehme Frontantriebsfahrwerk machte seine Sache gut. Wir konnten wie „Schmitz' Katze“ versatz- und problemlos durch Kurven und Kehren flitzen. Und schließlich gibt es noch die elektronischen Helferlein. Sie sind nützlich, wenn sie auch kein Freibrief fürs Rasen sind. Alles hat seine Grenzen. Uns hat der Leon hinsichtlich Straßenlage auch bei schnellen Autobahnfahrten und in zig Kurven mit seinem guten Handling und der stabilen Lage überzeugt.

Fazit: Dem Seat Leon ST rufen wir gerne Olè zu, weil der Test-Spanier flott war, sich prima und mit einem sicheren Gefühl fahren ließ, viel Platz für Passagiere und Gepäck bietet und sparsam ist. Es stehen verschiedene Varianten und Motoren zur Auswahl. Das  Preis-/  Leistungsverhältnis geht für ins in Ordnung. Er wäre für uns eine gute Wahl. Info: Inzwischen ist auch die neue Version des Leon bestellbar und wird laut Seat ab Januar 2017 in den Autohäusern stehen. Daher ist es ratsam, sich beim Händler vor Ort oder in der Region zu informieren. (jw)

*Einige Technische Daten
Motor: 1395 ccm Hubraum; 125 PS (92 kW)/ 5000-6000 U/min
höchstes Drehm.: 200 Nm/ 1400 – 4000 U/ min
L x B x H in m: 4,543 x 1,816 x 1481; Laderaum in l: 587 – 1470
Fahrwerte: 0 – 100 km/h 9,4 Sek. / Spitze 203 km/h
Verbrauch/ CO2 (alles Kombiwerte): 5,2 l/ 100 km; 120 g/ km; Effizienzklasse: B
*Alle Angaben lt. Seat-Unterlagen

Hinweis: Unser Bericht beruht auf eigenen Eindrücken, ist also individuell. Alle Technischen Daten, Ausstattungen und Angaben beziehen sich auf die gefahrene Version zum Zeitpunkt des Tests! Außerhalb Deutschlands kann es ggf. andere Spezifikationen, Bezeichnungen, Ausstattungen, Preise, Daten geben. Zwischen dem Zeitpunkt des Tests und dem Lesen des Artikels können sich ebenfalls Änderungen ergeben haben. Irrtum bleibt stets vorbehalten. Man sollte sich beim Seat-Händler aktuell informieren oder auf die Seat-Homepage, www.seat.de schauen.

Hinweise zu Autothemen und Tests können Sie immer über "Auto-Medientexte" auf www.presseweller.de aufrufen. Über die Presseweller-Seiten sind auch Reisetipps und -berichte aufrufbar.

Redaktionen: Zu Autotests und Fotos bitte anfragen. 



Samstag, 22. Oktober 2016

Auto-Tipps: Winterreifen, Frostschutz, Batterie


Winterreifen bieten bei Schnee deutlich besseren Grip als Sommerpneus! (Fotos/ Montagen: presseweller)

Das Auto für die kalte Jahreszeit wappnen/ Jetzt wird's Zeit


22. Oktober 2016. Siegen (presseweller). Rückläufige Temperaturen, hier und da bereits erster Schnee: Der Winter kommt. Das Auto sollte darauf vorbereitet sein. Sofern ohnehin eine Inspektion ansteht, lassen sich Reifenwechsel und Frostschutzkontrolle gleich miterledigen. Viele Kfz-Betriebe bieten auch spezielle Winter-Checks zum Pauschalpreis an.

Wichtige Punkte sind
*Winterreifen, M + S bzw. mit Schneeflockensymbol, mit ausreichender Profiltiefe auf allen Rädern. Als Profiltiefe empfehlen Fachleute mindestens vier Millimeter.
*Ausreichender Frostschutzanteil in Kühler und anderen Wasserbehältnissen wie Scheibenwaschanlagen und Scheinwerferwaschanlagen.
*Die Batterie muss noch genügend „Saft“ haben. Der Stromgeber verliert mit zunehmender Kälte an Kraft. Außerdem ist er im Winter meist mehr gefordert, zum Beispiel durch Heckscheibenheizung und Heizungsgebläse.
*Die gesamte Beleuchtungsanlage sollte einwandfrei funktionieren.
*Es empfiehlt sich, auch die Türgummis gegen Festfrieren zu wappnen. Dafür gibt es spezielle Mittel, zum Beispiel im Auto-Zubehörhandel. Mancher nutzt auch Hirschtalg.
*Unabhängig davon sollte die gesamte Autotechnik, einschließlich der Bremsanlage, in Ordnung sein.

Bei Fahrten im Schnee
*Generell schaltet man spätestens in der beginnenden Dämmerung oder bei Schneefall das Fahrlicht ein, unabhängig vom vielfach schon installierten Tagfahrlicht.
*Bei Fahrten im Schneefall ist es ratsam, hin und wieder an sicherer Stelle anzuhalten, um die Vorder- und Rückleuchten zu säubern.
*Zum Teil bleiben ebenfalls Schneereste außerhalb des Wischfelds auf der Windschutzscheibe sowie auf der Heckscheibe. Bei starkem Schneefall können auch die Seitenscheiben schneebedeckt sein. 


Die Abdeckplane hat die Windschutzscheibe sowie einen Teil der vorderen Seitenscheibe frei gehalten. Der Rest muss für freie Rundumsicht vor Fahrantritt abgefegt bzw. beseitigt werden. 


Deshalb wie vor: regelmäßig säubern. Eine gute Rundumsicht ist immer und besonders in der dunklen Jahreszeit und/ oder bei Schneefall wichtig, um selbst eine gute Sicht zu haben und vor allem, um andere Verkehrsteilnehmern, einschließlich Fußgängern, rechtzeitig erkennen zu können.
*Bei beschlagenen Scheiben hilft meist, sofern vorhanden, die Klimaanlage mit hoher Gebläsestufe einzuschalten. Sie hat einen „Trockeneffekt“.
*Wie immer ist vorsichtiges, umsichtiges Fahren mit angepasster Geschwindigkeit gefragt, und das noch besonders, wenn die Sichtverhältnisse nicht gut sind.

Die Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, berücksichtigt aber wichtige Vorkehrungen. Über die Seite www.presseweller.de, Auto-Medientexte, können Sie ohne Anmeldung den Auto-Praxistest-Report 21 aufrufen. Dort finden Sie auch Hinweise zu Winterreifen sowie Tipps für „Laternenparker“ und zwei Fahrberichte. (jw)

Autor Jürgen Weller schreibt und veröffentlicht seit über 35 Jahren Berichte zu Autothemen, einschließlich seiner Tipps aus reicher Eigenerfahrung und Recherche. Zum Portfolio gehören ebenfalls Fahrberichte zu den verschiedensten Autos.  


Montag, 10. Oktober 2016

Laufruhig, agil und wendig: Skoda Fabia TSI




Sieht doch gut aus, der Fabia Monte Carlo. (Fotos (c): presseweller)


Praxistest: "Monte Carlo" sportlich im rot-schwarzen  Outfit

Siegen. 11. Oktober 2016 (presseweller). Der fällt auf: Unser Testwagen in der Version Monte Carlo, gefahren ab Ende August, zeigte sich im knallroten Blechkleid, begleitet von schwarzen Leichtmetall-Felgen, schwarzem Panorama-Glasdach und weiteren Schwarzelementen; innen dominierte Schwarz mit roten und weißen Absetzungen. Sieht sportlich aus. Schließlich soll „Monte Carlo“ an die Renntradition erinnern. Mit dem 1,2 TSI sind wir zwar keine Rennen gefahren, aber bei Bedarf konnten wir klassengemäß sportlich unterwegs sein, aber auch gemütlich.

Gemütlich heißt, dass die Passagiere im rund 3,99 Meter langen und über 1,73 breiten Fabia kommod sitzen, das Innenraumambiente angenehm ist, es eine reichhaltige Ausstattung und zurückhaltende Akustik gab, sodass auch lange Teststrecken problemlos zu fahren waren. Das Kofferraum-Ladevolumen von 330 Litern, erweiterbar bis auf rund 1150 Liter, ist ordentlich. Vom Styling her weiß der Fabia auch von außen zu gefallen. 


Sportlich von Sitzen bis zu Pedalen. Knackige Sechsgangschaltung, übersichtlich angeordnete Beschalterung und Bedienung. 


Neben den klassischen Sicherheitseinrichtungen wie Front- vorderen Kopf- und Seitenairbags, Isofix-Vorrichtungen hinten zur Kindersitzbefestigung, dem elektronischen Stablitäts-Kontrollsystem ESC sowie Multikollisionsassistent und elektronischer Querdifferenzialsperre verfügt bereits die Basisversion ebenfalls über Start-Stopp-System, verstellbares Lenkrad, viele praktische Ablagen und anderes. Oft sind es die „Kleinigkeiten“, die sich als praktisch erweisen und längst nicht üblich sind: vier Dachhaltegriffe in den Türbereichen, Flaschenhalter in der Mittelkonsole – neben Becherhaltern – , Taschenhaken im Kofferraum und der Eiskratzer in der Tankklappe. Pfiffig. Der „Monte Carlo“ hat noch mehr zu bieten, zum Beispiel einen Frontradar-Assistenten mit City-Notbremsystem, Nebelscheinwerfer, Sportsitze vorne und griffiges Lederlenkrad im Sportdesign. Der Testwagen war „rundum“ ausgestattet. Das ging neben anderem von den beheizbaren Vordersitzen über Climatronic, Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Musiksystem mit USB-Zugang und Weiterem bis zur Müdigkeitserkennung. Sie erinnert daran, eine Pause einzulegen. So lässt sich auch in der Kleinwagenklasse komfortabel fahren. Wenn wir schreiben "immer wieder ein Stück besser", dann resultiert das daraus, dass wir Skoda-Autos bereits seit Jahrzehnten im Testprogramm haben und die Fortschritte miterleben!


Auch im Fond sportlich-schick!


Der Testwagen hatte im Laderaum diese pfiffige Einrichtung.


Der Turbo-Fronttriebler

Die 1,2-Liter-Turbomaschine bringt 110 PS (81 kW) an die Kupplung. Damit lässt sich der handlich zu fahrende Fabia flott bewegen, gut abstimmbar über das Sechsgang-Schaltgetriebe. Das höchste Drehmoment liegt in einer weiten Spanne zwischen 1400 bis 3500 Umdrehungen vor. Das heißt, dass man bereits aus unteren Drehzahlbereichen „Dampf“ machen kann. Bei unseren Testmessungen für den 0-auf-100-Sprint lagen wir im Schnitt oberhalb der angegebenen 9,4 Sekunden. Von 60 auf 100 km/h im dritten Gang spurteten wir in nur 6,5, von 80 auf 120 km/h im fünften Gang in 13,5 Sekunden. Es geht dann locker bis auf über 180 km/h weiter. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens war es uns nicht möglich, die Spitze auszutesten, schließlich kann dieser Monte Carlo noch mehr: Laut Papieren ist erst bei 196 km/h Schluss.
Privat muss man ja nicht so häufig mit „Bleifuß“ unterwegs sein. Aber unsere Tempofahrten und Messungen kosten Sprit. Wir fuhren den Fabia ab 6,4 Liter pro 100 Kilometer. Als Kombiverbrauch sind laut Papieren 4,8/ 4,7 Liter angegeben.
Der Fronttriebler, vorne McPherson-Federbeine, Dreiecks-Querlenker, hinten Verbundlenker-Kurbelachse, liegt sportlich-stabil auf der Straße, bietet den Insassen aber Fahrkomfort. Schnelle Autobahnfahrten nahm er souverän unter die Räder. Auf passähnlichen Mittelgebirgsstrecken unserer Standardrouten steckte der wendige Skoda flott angegangene Kurven spielend weg, kurz proeblemloses Handling auf allen Routen. Die Gesamtstraßenlage beurteilen wir daher als sicher und ausgewogen. Gut gemacht, Fabia!



Auch außen sportlich: Zum Rot die schwarzen LM-Felgen.


Fazit: Wer in dieser Fahrzeugklasse kaufen will, sollte sich auch zum Fabia informieren. Mit seinem guten Handling und dem agilen Fahrverhalten hat er uns gefallen. Aktuell steht der Skoda Fabia mit ab 11.960, als Monte Carlo ab 17.290 Euro in der Preisliste. Es stehen verschiedenste Motorisierungen und Versionen zur - großen - Auswahl. (jw)

*Einige Technische Daten
Länge x Breite in m: 3,992 x 1,732; Laderaum in l: 330 - 1150
Motor: 1197 ccm, 110 PS (81 kW), Drehm: 160 Nm bei 1400-3500 U
Fahrleistungen: Spitze 196 km/h; 0-100 = 9,4 Sekunden
Verbrauch (alles Kombiwerte): 4,8/ 4,7 l/100 km; C02 = 110 g/km; Effizienzklasse B
*Laut Herstellerunterlagen bzw. Zulassungsbescheinigung


Hinweis: Unser Bericht beruht auf eigenen Eindrücken, ist also individuell. Alle Technischen Daten und Angaben beziehen sich auf die gefahrene Version. Außerhalb Deutschlands kann es ggf. andere Spezifikationen, Bezeichnungen, Ausstattungen, Preise, Daten geben. Zwischen dem Zeitpunkt des Tests und dem Lesen des Artikels können sich ebenfalls Änderungen ergeben haben. Irrtum bleibt stets vorbehalten. Man sollte sich beim Skoda-Händler aktuell informieren oder auf die Skoda-Homepage, www.skoda.de schauen.   

Herbst: Dämmerung, Laub und Wildwechsel


Laub sieht schön aus, aber auf der Straße und auf Radwegen kann es zur Gefahr werden, weil es glitschig ist. (Foto (c): presseweller)

Vorsichtig fahren, um Gefahren zu erkennen


11. Oktober 2016. Siegen (presseweller). Der Herbst ist schon da, die Bäume verlieren Blätter. Auf der Straße mischen sie sich mit Feuchtigkeit zu einer schmierigen Masse. Das musste auch vor vielen Jahren ein Fahrer erfahren. Er erzählte mir, dass er im dämmrigen Licht in der Kurve das Blattwerkgemisch nicht richtig gesehen hätte. Ergebnis: Der Wagen rutschte in der Kurve geradeaus in einen kleinen Graben. Bis auf einen kleineren Blechschaden am Kotflügel ging alles glimpflich aus. Laub kann verflixt glatt sein!

Neben der Dämmerung – deren Eintritt sich mit Umstellung der umstrittenen Sommerzeit auf Normalzeit Ende Oktober wieder ändert – sind es, während es noch hell ist, die tief stehende Sonne sowie meist morgens und teils auch tagsüber der Nebel, die nach vorsichtigem Fahren verlangen. Klar sollte sein, dass spätestens bei beginnender Dämmerung und bei Nebel das Fahrlicht eingeschaltet sein sollte. Die grelle Nebelschlussleuchte allerdings darf nur bei einer Sichtweite von unter 50 km/h eingeschaltet werden! Auf der Autobahn erkennt man das an den Leitpfosten, die einen Abstand von 50 Metern haben. Ob Dämmerung, Nebel, stark verschmutzte oder verlaubte Fahrbahnen: Ein großer Sicherheitsabstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen ist besonders wichtig.
Sorgfältig sein, dass bedeutet ebenfalls immer und besonders in der dunkleren Jahreszeit, verstärkt auf Fußgänger und Radfahrer zu achten. Längst nicht alle tragen helle Bekleidung. Manchmal sind sie nur schwer auszumachen.

Wild auf Tour

Eine weitere Gefährdung besteht durch Wildwechsel. Die Tiere stürmen oft häufig aus Waldstücken und von Wiesen auf die Straße. Je nach Gegend sind Rehe, Hirsche, Wildschweine und Co. unterwegs. Häufig betrifft das Überlandfahrten, aber wie wir aus dem Verkehrsfunk der vergangenen Wochen wissen, machen sie auch vor Autobahnen nicht Halt.
Vor Jahren hatte ein Bekannter eine Hirsch-Begegnung. Es war nicht möglich, den Zusammenprall zu verhindern. Der Fahrer kam mit leichteren Verletzungen davon, die Frontpartie des Autos, einschließlich der Windschutzscheibe, waren stark beschädigt. Man muss es sich nur einmal vor Augen führen: Springt ein Tier, das man zum Beispiel auf einer waldreichen Straße nicht sieht, direkt vors Auto, hat man kaum eine Chance, noch rechtzeitig zu bremsen, was zumindest den Zusammenprall eventuell ein wenig entschärfen würde. Laut einer Pressemitteilung des Automobilclubs AvD gab es nach Zahlen des Gesamtverbandes der Versicherer GDV im Vorjahr (2015) 238.000 Unfälle mit Wild, täglich rund 650 gemeldete Fälle. Die tatsächliche Zahl kann also noch höher liegen. Spätestens nach dem Schild „Wildwechsel“ ist es ratsam, umsichtig zu fahren, aber auch bei allen anderen Strecken durch Wälder und Co.

Zum Schluss die Winterreifen: Es wird empfohlen, sie von O bis O, von Oktober bis Ostern, zu fahren. Morgendliche Reifglätte kann es jetzt bereits geben, und in höheren Lagen ist schon Schnee gefallen. Mehr dazu im nächsten Block rund um Auto und Fahren im Winter.

*Autor Jürgen Weller hat weit über eine Million Kilometer auf den verschiedensten Fahrzeugen „auf dem Buckel“. Er schreibt und veröffentlicht seit über 35 Jahren praxisbezogen zu Verkehrs- und Autothemen, einschließlich seiner Praxis-Autotests. Eine Übersicht gibt es immer auf den Seiten http://www.presseweller.de


Mittwoch, 10. August 2016

Besondere Vorsicht am Stauende: Staugefahren


Autobahn-Staus gibt es nicht nur zur Ferienzeit, sondern auch bei anderen Einflüssen. (Fotomontg./ Zeichnung: PrW)


Pflicht für Abstandswarner und mehr in auch alten LKW?

Siegen. 10. August 2016 (DialogPrW). Irgendwo auf der Autobahn gibt es fast immer einen Stau, ob mit Stillstand oder mit Schritttempo. Zu Feriensaisonen ist es besonders schlimm. Es gibt aber auch andere stauträchtige Zeiten. Staus kosten nicht nur Zeit, sie bergen auch Risiken. Das musste auch ein Ehepaar erfahren, das nach ein paar Urlaubstagen gar nicht mehr weit von seinem Heimatort entfernt in einen Autobahn-Stau geriet. Ihr Auto stand am Ende der langen Kette. Da rauschte ein LKW heran. Er krachte mit Wucht in den PKW, in dem die Insassen so verletzt wurden, dass sie  ins Krankenhaus mussten. Bei allem, was man in den Nachrichten hört, hatten die Insassen wohl noch Glück im Unglück.
Das ist nicht immer so. „Auf der A 42 (oder …) ereignete sich ein folgenschwerer Unfall. Ein LKW fuhr bei Musterhausen nahezu ungebremst in ein Stauende. Er schob den angefahrenen PKW noch in zwei weitere Autos. Es gab einen Toten, außerdem wurden insgesamt fünf Personen, einschließlich des LKW-Fahrers, zum Teil schwer verletzt“, hörte man später im Radio. Solche schlimmen Nachrichten sind leider nicht selten.



Das Stauende ist nicht ungefährlich. Assistenzsysteme können hilfreich sein. 


Moderne Technik bei allen LKW einsetzen
In der modernen Automobiltechnik gibt es längst Abstandswarner, Anti-Kollissionssysteme, Einrichtungen, die ab einem gewissen Abstand das Tempo von selbst drosseln und Notbremsassistenten. In manchen unserer Testfahrzeuge hatten wir das bereits vor vielen Jahren an Bord, und es funktionierte gut. Die modernen Assistenzsysteme sind inzwischen noch ausgereifter. Aufgrund der teils schlimmen Auffahrunfälle mit LKW-Beteiligung wäre es seitens des Gesetzgebers zu überlegen, die Verpflichtung zum Einbau solcher Systeme nicht nur für neue, sondern für alle, also auch alter Lastkraftwagen und Busse vorzuschreiben, Für LKW und Busse wäre für die kalte Jahreszeit ebenfalls an einer Verpflichtung zu einer Rundum-Winterbereifung, statt nur auf der Antriebsachse, zu überlegen. Investitionen für die eventuelle Nachrüstung können dabei keine Rolle spielen. Die Sicherheit geht vor!

Großen Abstand halten
Der eigenen Vorsicht und Aufmerksamkeit sollte man als Autofahrer hohes Gewicht beimessen, auch wenn es keine hundertprozentige Sicherheit gibt. Aber man kann versuchen, die Risiken im Rahmen des Möglichen kleiner zu halten. Wie immer beim Fahren Abstand wichtig ist, ist es im Stau und am Stauende noch wichtiger, großen Abstand zu halten, auch wenn der eine oder andere Autofahrer diesen Abstand einfach durch Spurwechsel verkürzt. Dann kann man, sofern noch leichte Bewegung in der Autoschlange ist, durch kurzes Abwarten wieder neu den Abstand vergrößern. Durch Abstand gewinnt man eine größere Pufferzone. Je nach dem, auf welcher Spur man steht, gibt es bei drohender Gefahr eventuell auch noch kleinere Ausweichmöglichkeiten nach links oder rechts. Der regelmäßige Blick in den Rückspiegel ist ganz wichtig, um notfalls noch schnell reagieren zu können. Auch PKW und Transporter, die nicht rechtzeitig abbremsen und auffahren, können schwere Sach- und Personenschäden anrichten. Bei LKW ist es wegen des anderen Aufbaus und des hohen Gewichtes aber besonders krass. Im schleichenden Kolonnenverkehr muss man aber auch den Vordermann im Auge behalten, damit man nicht selbst durch eine Unachtsamkeit auffährt. Das Stauende und Staus in Kurvenbereichen sind besonders kritisch. Ebenfalls ist es bei Staus wichtig, eine Rettungsgasse freizuhalten.

Staus gibt es aus verschiedenen Anlässen: Baustellen, sehr hohes Verkehrsaufkommen, Mautstellen, vor Tunnels, bei Fahrbahnverengungen, Wegfall einer oder mehrerer Spuren, Unfall, plötzlich einsetzender starker Regen, Nebel oder Schneefall, Blendung durch Sonne, besonders bei höherem Verkehrsaufkommen durch Spurwechsler bedingtes stärkeres Abbremsen usw. Auffahrunfälle im Stadtverkehr im Kreuzungsbereich je nach Straße und Verkehrsaufkommen wegen erforderlichen Abbremsens bei Rechts- oder Linksabbiegeverkehr, besonders kritisch, wenn im Abbiegebereich der anderen Straße eine Fußgängerampel oder ein Zebrastreifen ist. Die Aufstellung ist sicher nicht allumfassend, aber die meisten Autofahrer haben solche Situationen sicher schon erlebt, ob im alltags- oder Reiseverkehr.. (jw)


Im neuen Auto-Praxistest-Report Nr. 20 von Presseweller sind neben den Tests von Nissan Pulsar und Hyundai Tucson die Staugefahren ebenfalls ein Thema. https://issuu.com/jurgenweller8/docs/816autotestztg-20